Limeshain-Himbach (rad). Zusana Kristufkova
macht die Katze. Sie schnurrt laut, und wenn es notwendig wird, hört man im
Foyer der Limeshalle auch aggressiveres Fauchen. Die Tierfotografin ist
eigens zur Hundeschau nach Oberhessen gekommen, um die preisverdächtigen
Vierbeiner vor die Kamera zu bekommen. Nacheinander müssen sie auf einem
blauen Plüschvorhang sitzen und schöne Augen machen.
Diese Spaniels sind von der
holländischen Grenze nach Himbach gekommen. Jetzt warten sie in
ihren Boxen auf die bevorstehende Wertung. (Fotos: rad)
Schräg gegenüber hat Veranstalterin Annelore
Pfeiffer alle Hände voll zu tun, die Anmeldungen der 146 Hunde abzugleichen
- immerhin stellt die Beteiligung einen neuen Vereinsrekord dar. Limeshains
Bürgermeister Adolf Ludwig hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb
übernommen. Zu sehen sind die Rassen Boston-Terrier,
Cavalier-King-Charles-Spaniel, Chihuahua, Coton de Tulear, Französische
Bulldogge, Malteser, Mops und Papillon.
Schon zum dritten Mal hat die Landesgruppe Süd des »Cavalier-King-Charles-Spaniel-Clubs
Deutschland« zur Gemeinschaftsausstellung für Gesellschafts- und
Begleithunde nach Himbach eingeladen. Das Besucherinteresse ist groß, und
wie man heraushört, sind die Fachleute von den Gegebenheiten vor Ort sehr
angetan. Im Vorraum liegt ein dezenter Duft von Hundefutter in der warmen
Frühlingsluft. Es gibt Stände, an denen neue Leckerli-Kreationen offeriert
werden. Vor der Halle gibt es einen »Löseplatz«, wo die Hunde sich im Fall
des Falles erleichtern können. Im Inneren bemerkt man eine Zweiteilung: Auf
einer Hälfte warten mehr oder weniger nervöse Hundebesitzer mit ihren Tieren
auf die Wertung der Expertinnen. Heute sind es Martha Heine aus Dietzenbach
und Christa Klotz aus Karlsruhe, die mit Kennerblick ihre Noten vergeben.
Das machen sie in der anderen Hallenhälfte, wo sich die Flächen für die
Präsentation der Tiere auf grüner Kunstrasenfläche (ordentlich abgezirkelt)
befinden.
In der Ruhezone dösen am Nachmittag Liane Bergers
Cavalier-King-Charles-Spaniels in ihren Boxen. Sie haben mit Herrchen und
Frauchen über 300 Kilometer von ihrem Heimatort an der holländischen Grenze
hinter sich gebracht, um am Wettbewerb teilzunehmen. Auf Anordnung des
Veterinäramts Friedberg und laut Ausstellungsordnung musste für alle Hunde
(auch für mitgeführte Besucherhunde) ein gültiger Tollwutimpfausweis
vorgelegt werden. Liane Berger findet das richtig, denn nach ihrer Sicht
sollte man den Hunden bei solch einer Veranstaltung eine Ansteckung
ersparen. Deshalb sind ihre Spaniels auch »hinter Gittern« - was die aber
nicht weiter stört.
Madeleine Plumettaz ist mit ihrer Mopsdame, die offiziell einen etwas
komplizierten Namen trägt, und deshalb kurz »Piri« genannt wird, aus
Butzbach angereist. Jetzt ruht »Piri« preisgekrönt und leicht erschöpft in
ihrem Körbchen, während Frauchen mit anderen Besucherinnen fachsimpelt. Für
das Pressefoto werden schnell noch die errungenen Pokale aufgebaut. Die
Ausgezeichnete nimmt’s gelassen, und man erinnert sich an den berühmten
Loriot-Ausspruch: »Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.«
»First Lady Tessa vom Wörnitzgrund«
Die von der Gemeinde mit einer gefüllten Stofftasche bedachten Aussteller
kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland. Die Sieger
trugen klangvolle Namen wie »First Lady Tessa vom Wörnitzgrund«, »Lancelot
du Champagne« oder »Inuk of the Swift Coton«. Bester Hund der Show (BIS)
wurde der Cavalier-King-Charles-Spaniel-Rüde »Vaughan vom Welfenhof« von
Diana und Thomas Frank.
Während die Fotografin in ihrer Rolle als Kunstkatze im Foyer die letzten
Hunde vor ihr Objektiv lockt, sind sich die Organisatoren Annelore und
Wolfgang Pfeiffer mit ihren Helfern einig, dass der Verein die Ausstellung
als vollen Erfolg verbuchen kann. Einer Wiederholung im nächsten Jahr dürfte
also nichts im Wege stehen.
Der nächste Termin
ist der 10. April 2011